PRESTO - Fahrradfahren im Alltag fördern

5. Internationale PRESTO Fahrrad-Fachkonferenz 12. – 13. Oktober 2011 in Bremen, Deutschland
Die Konferenz besteht aus Fachexkursionen und Fachvorträgen zum Thema, wie der Fahrradverkehr in einer Fahrradhochburg noch weiter gesteigert werden kann:
Von der Fahrradgroßstadt zur Fahrradhauptstadt Bremen. ADFC und Verkehrssenator diskutierten mit 70 Verkehrsexperten aus Europa bei der Fahrradfachkonferenz PRESTO die Möglichkeiten, den Radverkehr weiter zu steigern.
Verkehrssenator Dr. Joachim Lohse eröffnete die 5. Internationale PRESTO Fahrrad-Fachkonferenz am Donnerstag im Kulturforum des Speichers XI in der Überseestadt. Die Veranstaltung beschäftigt sich in Fachexkursionen und Fachvorträgen mit der Frage, wie der Fahrradverkehr in einer Fahrradhochburg weiter gesteigert werden kann.
Lohse verdeutlichte, dass das Fahrrad in Bremen nicht als „Arme-Leute-Verkehrsmittel“ gilt, sondern Bürgermeister, Banker, Senatoren sind oft und selbstverständlich auf dem Fahrrad anzutreffen. Das Fahrrad sei in Bremen als wichtiger Faktor eingebunden in die Gesamtstrategie für mehr Unabhängigkeit vom Auto, dazu gehören Bus und Bahn genauso wie der Ausbau des Car-Sharings. Der europäische Austausch sei wichtig, es gebe viel voneinander zu lernen.
Wilhelm Hamburger, Referent für Radverkehr beim Bausenator, verdeutlichte, dass sich Bremen als Fahrradstadt auf den Weg machen will zur deutschen Fahrradhauptstadt. In manchen (verdichteten) Quartieren sei schon heute der Radverkehrsanteil deutlich höher als 30 Prozent. Das Fahrrad hat in Bremen eine lange Tradition, Radverkehr gehöre zu Bremen wie Rathaus und Roland. Die Entfernungen bei Radfahrten in Bremen lägen deutlich über dem Durchschnitt, das Umsteigepotential vom Autoverkehr sei groß: Über zwei Drittel aller Autofahrten sei kürzer als sechs Kilometer – eine ideale Fahrraddistanz. Für den Ausbau des Radverkehrs müssten die guten Ansätze wie Radfahrstreifen in der Wachmannstraße oder der Hamburger Straße weiter entwickelt, das Fahrradparken verbessert und öffentlich mehr Überzeugungsarbeit geleistet werden.
Troels Andersen von der „Fahrradbotschaft Dänemark“ unterstrich die Bedeutung von Fahrradzählern. Sie demonstrieren deutlich die oftmals erheblich höhere Zahl von Radfahrern als angenommen. Radfahrer werden durch die Zahlen als massenhafte Verkehrsteilnehmer sichtbar und erhalten mehr politisches Gewicht. Bremen hat vor drei Wochen auf der Wilhelm-Kaisen-Brücke einen Fahrradzähler mit Anzeigetafel aufgestellt – den ersten in Deutschland – und bekam dafür viel Lob von den Konferenzteilnehmern. Sie regten außerdem an, einen Wettbewerb der Fahrradstädte auszurufen, wer die meisten Menschen aufs Rad bringe (in Relation zur Bevölkerung).
Neben diesen Vorträgen organisierte der ADFC Exkursionen zu Bremens Fahrradstraßen, Knotenpunkten und weiteren wichtigen Stellen der Fahrradinfrastruktur Bremens. Dabei gab es von den Fachleuten viel Lob, aber auch noch manchen Verbesserungsvorschlag – beispielsweise die Wartezeiten an den Ampeln zu verkürzen. ADFC-Vorsitzender Peter Rüter war dabei und sagte: „Für den ADFC wird mit diesem Expertenaustausch deutlich, dass Bremen einerseits Vorbild für viele andere Städte in Europa sein kann, andererseits in seinen Anstrengungen nicht nachlassen darf, wenn es wirklich zur Spitze der Fahrradstädte zählen will. Ein Fahrrad-Masterplan, wie ihn die GRÜNEN aktuell vorschlagen, integriert in ein neues städtisches Verkehrskonzept, gehört schleunigst auf die Tagesordnung!“
Das europäische Projekt PRESTO bündelt das aktuelle europäische Wissen über Fahrradförderung in den Bereichen: Infrastrukturplanung, Öffentlichkeitsarbeit und Werbung für Pedelecs. Mehr dazu: www.presto-cycling.eu





