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27.07.2020 13:18 Alter: 13 days

Umleitung unnötig! – ADFC Bremen für zentrale Baustellenkoordination


Foto: © ADFC Bremen

Der ADFC Bremen fordert von der Stadt endlich eine zentrale Stelle für die Baustellenkoordination einzurichten. "Was wir hier gerade im Fall der Baustelle in der Julius-Brecht-Allee vor uns haben ist kein Einzelfall und beschäftigt uns so oder in ähnlicher Form mehrfach im Jahr", so Sven Eckert, Geschäftsführer beim ADFC Bremen. Und weiter: "Die Bedürfnisse des Radverkehrs werden bei der Planung und Beschilderung von Baustellen fast nie mitgedacht. Das muss sich dringend ändern."

Stein des Anstoßes: Eine Baustelle mit Vollsperrung von Rad- und Gehweg auf der Julius-Brecht-Allee in Höhe der Eislebener Straße. Wer davon nichts mitbekommt ist der Autoverkehr, dem weiterhin beide Fahrspuren zu Verfügung stehen. Einschränkungen, Umwege und oftmals gefährliche Verkehrsführungen hinnehmen müssen Fußgänger*innen und Radfahrer*innen, also gerade die schwächsten Verkehrsteilnehmenden. Das steht dem selbstformulierten Anspruch des Senats entgegen, den Radverkehr fördern zu wollen. Eckert: "Verkehr wird von den zuständigen Stellen immer noch ausschließlich als Autoverkehr wahrgenommen, Fußgänger*innen und Radfahrende spielen keine Rolle, sondern sollen sich ihre Wege einfach suchen. Das ist schlicht eine Missachtung und für den ADFC Bremen nicht nachvollziehbar."

Nach Ansicht des ADFC hätte bequem eine Fahrspur von der Fahrbahn abgesperrt und als Fuß- und Radweg ausgeschildert werden können. Warum das nicht geschehen ist, liegt für den ADFC Bremen daran, dass Polizei und das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) je nach Lage der Baustelle zuständig bzw. nicht zuständig sind. Die Faustregel, dass die Polizei für Baustellen in Seitenbereichen, wie Rad- und Fußwegen zuständig und das ASV für Baustellen auf Straßen und damit auch Absperrungen von Fahrbahnen zuständig ist, gilt jedoch nicht immer und ist zudem davon abhängig, ob es sich um eine Nebenstraße oder Hauptstraße handelt. Klingt nicht nur kompliziert, ist es auch.

Wird auf dem Fuß- und/oder Radweg einer Hauptstraße, wie der Julius-Brecht-Allee, gebaut und soll eine Fahrspur der Fahrbahn gesperrt und als Fuß- und/oder Radweg ausgeschildert werden, ist nicht nur eine enge Zusammenarbeit von Polizei und Straßenverkehrsbehörde erforderlich, sondern bindet auch Ressourcen bei beiden Stellen. Daher wird - zum Nachteil des Rad- und Fußverkehrs - viel zu häufig der Aufwand gescheut, eine zweite Behörde hinzuzuziehen. Ausbaden müssen das dann die Radfahrenden, indem sie beim Ausweichen akuten Gefährdungssituationen und unnötigen Umleitungen ausgesetzt werden.