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06.07.2020 17:40 Alter: 34 days

Tut endlich was! Jeden Tag stirbt ein Radfahrender auf Deutschlands Straßen


Foto: © Wolfgang Wieschenkämper

Innerhalb weniger Tage sind in Bremen zwei Menschen durch Autofahrer ums Leben gekommen. In Blockdiek wurde eine Radfahrerin bei dem Versuch getötet, die Ludwig-Roselius-Allee an der gerade erst umgestalteten Kreuzung zur Düsseldorfer Straße zu überqueren. In Habenhausen wurde eine Fußgängerin von einem Autofahrer tödlich verletzt, als sie die Borgwardstraße überqueren wollte. Wir sind zutiefst betroffen und sprechen den Angehörigen von Herzen unser Beileid aus. Zum Gedenken und Erinnern an die getötete Radfahrerin haben wir an der Unfallstelle in Blockdiek ein Ghostbike aufgestellt.

Wieder einmal bekommen wir es mit aller Deutlichkeit vor Augen geführt: Straßenverkehr in Deutschland kann gefährlich sein. Lebensgefährlich. Im gemeinsamen Durcheinander von immer vielfältigeren Verkehrsmitteln werden Menschen von Menschen getötet. Und dabei trifft es leider viel zu häufig die weniger stark geschützten Verkehrsteilnehmer*innen: Im Durchschnitt stirbt jeden Tag eine Radfahrerin oder ein Radfahrer auf Deutschlands Straßen.

Wir sind Menschen. Menschen machen Fehler. Damit Fehler nicht tödlich enden,
brauchen wir Regeln, wie standardmäßig Tempo 30 in der Stadt. Wir brauchen
Infrastruktur, die selbsterklärend und sicher für alle ist und Fehler verzeiht, wie
baulich abgetrennte Radwege. Eine große Kreuzung für eine vierspurige Straße in
einer langgezogenen Kurve mit Parkbuchten hat diesen Anspruch nicht erfüllt. Eine
Radfahrerin hat dafür mit ihrem Leben bezahlt.

So kann und darf es nicht weitergehen - weder in Bremen noch anderswo. Wann
bekommen wir Menschen endlich eine menschenfreundliche Stadt, in der wir uns sicher
und ohne Angst bewegen können? Wie viele getötete Menschen beklagen wir noch,
bevor unsere gewählten Politiker*innen und die Mitarbeiter*innen unserer Behörden die Vision Zero im Straßenverkehr zur Maxime ihres Handelns machen?