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30.04.2020 18:00 Alter: 34 days

25 Jahre Warten auf Fahrrad-Premiumrouten


Einladungsflyer zur Besichtigung der „1. geplanten Veloroute nach Bremen-Nord“ am 1. Mai 1995 unter dem Motto „Fahrrad-Routennetz für Bremen Jetzt!“.

Diese historische Veranstaltungsankündigung ruft ein bedauernswertes Jubiläum auf den Plan: Seit 25 Jahren setzt sich der ADFC Bremen für die Umsetzung von Fahrrad-Premiumrouten in Bremen ein - bislang leider ohne nennenswerte Resultate. Die Politik bleibt tatenlos und so ist im Jahr 2020 immer noch kein Meter Premiumroute gebaut.

Was ist der Status Quo 2020?

Von neun geplanten Routen steht eine einzige theoretisch in den Startlöchern. Die Premiumroute D.15 (nach VEP 2015), die Mahndorf über das Bremer Stadtzentrum mit Farge durch eine Strecke gut ausgebauter Radwege verbinden könnte, ist längst beschlossene Sache. Im Verkehrsentwicklungsplan Bremen 2025 steht sie festgeschrieben, seit 2017 gibt es eine Machbarkeitsstudie, zumindest auf der Strecke von Altenwall bis Mahndorf sind sich alle betroffenen Beiräte einig und mit den Plänen einverstanden. Nur umgesetzt wird sie nicht, denn die Bremer Verwaltung hinkt. In Niedersachsen dagegen ist die passende Anbindung bis Achim bereits über die Planungsphase hinaus.

ADFC-Mitglied Dieter König kritisiert: "Das grundsätzliche Problem bei all diesen Fahrradplanungen: Man schmückt sich zwar gerne mit Konzepten und Papieren, aber an der Umsetzung möchte man sich nicht die Finger verbrennen. Da könnten ja Fahrspuren oder Parkstreifen für Autofahrer verloren gehen oder Grünphasen verkürzt werden müssen."

Warum sind die Routen so wichtig?

Bremen schmückt sich gerne mit dem Titel der "Fahrradstadt", doch viele Radwege sind in bedauernswertem Zustand oder als schmale Schutzstreifen an Autostraßen gebunden. Besonders bei hohem Fahrradaufkommen sind diese Strecken schnell überlastet. Die Premiumrouten sollen ein Schnellwegenetz aus sicheren und fahrradfreundlichen Wegen schaffen, auf denen auch große Radverkehrsmengen schnell, komfortabel und sicher an Ziele in der ganzen Stadt gelangen. Das ist besonders angesichts der politisch gewünschten Verkehrswende und des geänderten Mobilitätsverhalten der Menschen aufgrund der Corona-Krise ein unbedingtes Muss.

Der ADFC fordert daher eine schnellstmögliche Umsetzung der Maßnahmen

"Was sich in der Vergangenheit als besonders problematisch herausgestellt hat, sind die unterschiedlichen Verantwortlichkeiten im Bereich von Haupt- und Nebenrouten. Hier müssen die Verantwortlichen aller Bereiche sich mal an einen Tisch setzen und ressortübergreifend unter Einbezug der Beiräte und Interessengruppen diskutieren und abstimmen. Es fehlt der Durchsetzungswille und den fordern wir jetzt dringend ein." sagt Verkehrsreferent Albrecht Genzel vom ADFC Bremen. Und so ist die Forderung des ADFC von 1995 im Jahr 2020 so aktuell wie nie: Fahrrad-Routennetz für Bremen - jetzt!