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08.04.2020 16:20 Alter: 120 days

Trotz und wegen Corona: aktive Mobilität stärken! Der ADFC fordert PopUp-Bikelanes für Bremen


Foto: © PBL Chicago

"Bleibt zuhause" lautet in der Corona-Krise die Devise. Die unvermeidlichen Wege legen viele Menschen nun mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurück. Der ADFC fordert die Politik auf, mehr Platz auf den Straßen für aktive Mobilität zu schaffen.

Um der Ansteckungsgefahr in öffentlichen Verkehrsmitteln aus dem Weg zu gehen, setzen viele Menschen auf das Fahrrad als Transportmittel. Auch Experten raten zu aktiver Mobilität, um die Gesundheit zu erhalten. Das kann auf stark frequentierten Radwegen dazu führen, dass die empfohlenen Mindestabstände kaum eingehalten werden können.

ADFC-Geschäftsführer Sven Eckert sagt: "Das Fahrrad ist für viele unvermeidliche Wege die beste Wahl. Um Engstellen zu vermeiden, sollten Fahrspuren großer Hauptverkehrsstraßen als temporäre Radstreifen ausgewiesen werden. In Bremen sind Protected Bike Lanes von der Politik bereits beschlossen worden - jetzt ist der ideale Zeitpunkt, um die Umsetzung zu testen!" Rechtlich sei dies aufgrund "veränderter verkehrlicher Erfordernisse" umsetzbar, ähnlich Bussonderfahrstreifen (Busspuren) für den Schienenersatzverkehr.

Immer mehr Städte weltweit schaffen jetzt temporäre geschützte Radfahrstreifen - kurz: Popup-Bikelanes. Die kolumbianische Metropole Bogotá hat es vorgemacht, New York und Berlin schaffen ebenfalls immer mehr temporäre Radspuren. "Berlin hat gezeigt, dass Popup-Bikelanes quasi über Nacht möglich sind. Das kann jede Stadt in Deutschland!", so Eckert.

Folgende Straßen schlägt der ADFC Bremen zur Umsetzung von PopUp-Bikelanes vor:

- Martinistraße
Aktuell sind Rad- und Gehwege in derselben Pflasterung ausgeführt und für innerstädtische Verhältnisse ohnehin zu schmal.

- Wilhelm Kaisen-Brücke, Leibnizplatz, Friedrich-Ebert-Straße
Schutz und Förderung des Fußgängerverkehrs sind hier besonders wichtig, denn die Gehwege sind schmal bei viel Durchgangsverkehr auch aus den anliegenden Geschäften.

- Neuenlander Straße
Die Neuenlander Straße stellt eine wichtige Querverbindung für den RV dar, verfügt aber zu Teilen nicht einmal über einen Radweg.

- Lesumer Heerstraße (ab Haltestelle Holthorster Weg bis Am Lehnhof)
Hier gibt es einen Schutzstreifen, der häufig von Bus und Motorverkehr mitbenutzt wird. Radfahrende fühlen sich nicht sicher und weichen deswegen auf den Gehweg aus.

- Kirchbachstr. (Kurfürstenallee <-> Schwachhauser Heerstraße)
Die Öffnung einer Linksfahrmöglichkeit ab Schwachhauser Heerstraße bis weiter nach Konrad-Adenauer-Straße wäre im Netzzusammenhang sehr hilfreich.

- An der Weide - Außer der Schleifmühle (endend Dobbenweg, Ecke Bismarckstraße)
Hier finden sich auffallend viele Linksfahrer vom Hauptbahnhof Richtung Dobben. Eine Linksfreigabe inklusive der notwendigen Verbreiterung würde deren Sicherheit erhöhen.

- Bürgermeister-Smidt-Brücke
Aktuell sind die Hochbordradwege auf dieser Hauptroute sehr schmal. Überholen ist überhaupt nur illegal über den Gehweg möglich.

Über den ADFC

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit mehr als 190.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrenden in Deutschland und weltweit. Der ADFC Landesverband Bremen setzt sich insbesondere für eine autofreie Innenstadt und sichere Radwege für alle Bremer*innen ein. Mehr Informationen unter www.adfc-bremen.de