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20.03.2020 10:55 Alter: 13 days

Fahrrad wird als Verkehrsmittel in der Corona-Krise immer wichtiger


Foto: © ADFC/Jens Lemkühler

Mitten in der Corona-Krise erlebt das Fahrrad eine große Wertschätzung. Bundesgesundheits-minister Spahn, Bundesarbeitsminister Heil und renommierte Virologen empfehlen das Radfahren als gesündeste Alternative für notwendige Alltagsfahrten. Auch ADFC Bremen Geschäftsführer Sven Eckert meint: "Gerade in Zeiten, in denen Busse und Straßenbahnen seltener fahren, merken die Bremer*innen wie sehr sie auf das Fahrrad angewiesen sind. Viele, die jetzt zum ersten Mal auf das Rad umsteigen merken, dass man in Bremen relativ sicher und komfortabel Radfahren kann. Jedoch muss nach der Corona-Welle der Ausbau des Radwegenetzes, die autofreie Innenstadt und die Ausweitung der Tempo 30 stärker vorangetrieben werden."

Alltagsradfahren ja, Radreisen nein

Der ADFC appelliert an die Bundesregierung, das Radfahren auf Alltagswegen unter allen Umständen weiterhin zu erlauben. Stork: "Viele Menschen in systemrelevanten Berufen sind auf das Rad angewiesen. Außerdem brauchen die Menschen Fortbewegungsmittel, um zur Apotheke oder zum Einkaufen zu kommen." Deshalb müssen auch Fahrradwerkstätten für Notfälle offen bleiben, so die Forderung des ADFC. Radreisen hingegen verbieten sich schon jetzt, weil Übernachtungsangebote laut Empfehlung der Bundesregierung nicht mehr zu touristischen Zwecken genutzt werden sollen. Der ADFC rät daher konsequent von Radreisen ab.

Gut gegen Lagerkoller

Der ADFC setzt sich auch dafür ein, verantwortungsvolles Freizeitradfahren im Wohnumfeld nicht zu unterbinden. Eckert: "Radfahren als Form der Gesundheitsprävention sollte so lange wie möglich erlaubt bleiben. Sich mit dem Rad an der Luft zu bewegen bietet insbesondere Kindern und Familien die Möglichkeit, einen Lagerkoller zu vermeiden. Vielgenutzte Strecken wie durch den Bürgerpark oder am Osterdeich sollten durch unbekanntere und wenig befahrene Strecken in Bremen und umzu ersetzt werden"

Städte sollen kreativ werden

Der ADFC appelliert auch an die Kommunen, jetzt kreativ zu werden und den Menschen den Umstieg auf das Rad zu erleichtern. Die kolumbianische Hauptstadt Bogotá beispielsweise widmet hunderte Kilometer Autospuren in temporäre Radspuren um und schafft dadurch attraktive Räume zum Radfahren. Auch in Bremen bestünde die Möglichkeit zu solchen Maßnahmen - insbesondere auf Strecken, die ohnehin bald als fixe Protected Bike Lanes angedacht sind.

Fietje, das freie Lastenrad, ist weiterhin aktiv

Unser Fietje - das freie Lastenrad für Bremen ist weiterhin ausleihbar. Einfach auf der Internetseite buchen und sich vorm Abholen an der Leihstation nach eventuell geänderten Geschäftszeiten erkundigen. So können auch größere Einkäufe, zB. für die #NachbarschaftsChallenge, bequem transportiert werden.

Ein Drittel der Umsteiger könnte dem Rad treu bleiben

Der ADFC schätzt, dass bis zu einem Drittel der Menschen, die während der Corona-Krise notgedrungen auf das Rad umsteigen, auch danach dem Rad treu bleiben könnten. Eckert: "Dieser Schub für den Radverkehr sollte auch politisch für die Verkehrswende in Bremen genutzt werden. Weg vom motorisierten Individualverkehr, hin zu einem gut ausgebauten Radverkehrsnetz und ÖPNV."