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< Fachtag „Mehr Radverkehr“ – ADFC und BUND diskutieren mit Bremer Spitzenpolitikern
15.03.2019 07:29 Alter: 3 days

Kein Ende des gefährlichen Hindernisparcours am Hansator – Missachtung von Fuß- und Radverkehr geht in die zweite Runde


Foto: © ADFC Bremen

Foto: © ADFC Bremen

Seit über vier Wochen setzt sich der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Bremen für eine umfassende Behebung der gefährlichen Radverkehrsführung an der Baustelle am Hansator ein. Nach wenigen halbherzigen Verbesserungsansätzen, hat sich die Situation nun deutlich geändert - zum Schlechteren: Durch neue Baustellenabsperrungen wird den Menschen, die zu Fuß und mit dem Rad in der Überseestadt unterwegs sind, seit ein paar Tagen der Weg an und in die Konsul-Schmidt-Straße verbaut. "Hier findet völlig menschenfremde Verkehrsplanung statt", so Sven Eckert, Landesgeschäftsführer des ADFC in Bremen. "Alle diejenigen, die beispielsweise an der Haltestelle 'Konsul-Smidt-Straße' aussteigen, sind laut aktueller Wegeführung gezwungen, vier Ampeln anstelle von einer zu überqueren. Dabei müssen sie zunächst in die entgegengesetzte Richtung laufen, in die sie eigentlich wollen - das macht natürlich keiner!". Stattdessen bewegt sich ein Großteil der zu Fuß gehenden Personen nun auf der Fahrbahn und gerät dadurch in direkte Kollisionsgefahr mit dem entgegenkommenden PKW-Verkehr.

Auch die Verkehrsumleitung für das Fahrrad bleibt weiterhin ungenügend. Generell fordert der ADFC immer dort, wo der Radweg baustellenbedingt unterbrochen wird, eine durchgehend gelb-markierte Radspur mit großen Fahrradpiktogrammen anzubringen. An solchen Stellen ist eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit ebenfalls unabdingbar, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer*innen, die nun auf verengtem Raum gemeinsam unterwegs sind, zu gewährleisten. Ein vorgeschriebener Seitenwechsel behindert nicht nur den Verkehrsfluss, sondern trainiert das Radfahren auf der falschen Seite an. "Wir sind es leid, dass Menschen, die mit dem Rad und zu Fuß unterwegs sind, in der Verkehrsführung immer an letzter Stelle gedacht werden", ärgert sich Eckert. "Die Überseestadt rüstet sich als modernes und zukunftsgewandtes Quartier - von zukunftsfähiger Mobilität ist hier aber nichts zu sehen!"