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< Mehr Rad fahren – selbstbewusst und selbstverständlich
18.04.2013 15:26 Alter: 7 yrs

Roter Teppich ausgerollt am Herdentorsteinweg

ADFC begrüßt neue Wege über den Breitenweg.


Senator Lohse (vorne im Bild) auf dem neuen Fahrradweg. (Foto: Pressestelle des Senats)

"Eine deutliche Einladung für Radfahrer, ein sichtbares Zeichen für die Autofahrer und ein Stück Wiedergutmachung für 15 Jahre Umwegfahren" - so begrüßten ADFC Vorsitzender Tobias Wolf und Geschäftsführer Klaus-Peter Land die neuen direkten Fahrradstreifen auf dem Herdentorsteinweg über die Kreuzung Breitenweg/Bahnhofsplatz. Die BILD-Zeitung fragte schon ein paar Tage vorher nach der "Denk-Rakete", die sich so etwas ausgedacht habe - den Ehrentitel nimmt der ADFC Bremen mit dem Arbeitskreis Verkehr und seinem Verkehrsreferenten Albrecht Genzel gerne an. Sie hatten an dieser Lösung großen Anteil, die in einer Arbeitsgruppe mit dem Amt für Straßen und Verkehr (ASV) und dem Verkehrssenator entwickelt wurde. Die 1998 dort eingerichteten 2 Rechtsabbiegespuren für den Autoverkehr waren nie besonders ausgelastet, Radfahrende mussten dafür einen Zickzackkurs und teilweise doppelte und dreifache Ampelwartezeiten hinnehmen.
"Die Kreuzung wird für Radfahrer jetzt deutlich schneller und komfortabler zu überqueren sein", sagte Verkehrssenator Joachim Lohse bei der Freigabe der neuen Radwegverbindung am Herdentorsteinweg. "Was in anderen Städten schon alltäglich ist, für Bremen ist es noch neu: Der Radverkehr wird gut sichtbar, ohne Umwege und mit der gleichen Ampelphase wie der KFZ-Verkehr auf einer eigenen Spur über die Kreuzung geführt. Ich freue mich, dass uns diese fahrradfreundliche Neuerung gemeinsam mit allen Beteiligten hier im Herdentorsteinweg gelungen ist".
Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Radverkehrsführung zu verbessern, ist der Radweg am Herdentorsteinweg verlegt worden. Ab sofort wird der Radverkehr gemeinsam mit den Kraftfahrzeugen über den Breitenweg geführt. Dafür wird eine eigene Fahrradspur eingerichtet, die teilweise zwischen zwei Fahrstreifen verläuft. Hierdurch verkürzt sich der Weg bis zum Gustav-Deetjen-Tunnel gegenüber der bisherigen Führung am Tivolihaus vorbei erheblich und es können günstigere Ampelphasen genutzt werden. Die Verkehrssicherheit leidet nicht, denn die Zahl der Konfliktpunkte wird vermindert und die Radfahrerinnen und Radfahrer können vom Auto aus gut gesehen werden. Verkehrsführungen dieser Art werden bereits seit einigen Jahren erfolgreich in mehreren deutschen Städten umgesetzt.
Die Ampelanlagen wurden durch neue Lichtsignalgeber für Radfahrer ergänzt und neu programmiert. Auch Fußgänger können dadurch jetzt in einer Grünphase den Breitenweg ohne Zwischenstopp überqueren. Die gewohnten Radwegführungen über die Fuß- und Radwegfurten stehen alternativ auch weiterhin zur Verfügung.
Tobias Wolf und der ADFC freuen sich über das neue Angebot: "Wir gehen davon aus dass das gut angenommen wird und wünschen uns dann natürlich noch mehr 'rote Teppiche zum Radfahren', sei es als Angebot zum direkten Linksabbiegen, sei es als Fortsetzung auch über die Straße "An der Weide" und durch den Gustav-Deetjen-Tunnel."
Der Umbau der Kreuzung am Herdentorsteinweg ist die sechste fertiggestellte Maßnahme aus dem Bremer Programm zum fahrradfreundlichen Umbau von Kreuzungen. ("Erhöhung der Verkehrssicherheit und Verbesserung der Radverkehrsführungen an ampelgeregelten Kreuzungen") Dabei geht es in erster Linie um eine Beschleunigung und Steigerung der Sicherheit durch Fahrradampeln und Aufstellflächen zum indirekten Linksabbiegen sowie um die Schaffung direkterer Fahrbeziehungen im Netz der Fahrrad-Hauptrouten.

Die dazugehörige Pressemitteilung des Senats ist hier zufinden