header
< Unternehmensinitiative Elektromobilität
15.11.2011 17:23 Alter: 9 yrs

ADFC: Nachhaltige Mobilität nur mit Fahrrad möglich

Auch Experten der Bundesregierung raten zur Verkehrswende



Auf seiner Bundeshauptversammlung vom 5. bis 6. November 2011 in Regensburg forderte der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) die Bundesregierung auf, nach der Energiewende nun die Verkehrswende einzuleiten. Der ADFC stellt fest, dass immer mehr Menschen aufs Fahrrad umsteigen und der Führschein- und Autobesitz unter jungen Großstädtern abnimmt. Das entlastet die Straßen und reduziert Feinstaub und Lärm. Die Folge: Die Lebensqualität in den Städten erhöht sich deutlich.

Statt diesen Trend zu fördern, investiert die Bundesregierung jedoch weiter Milliarden in den Autostraßenbau und die Entwicklung von Elektroautos, obwohl diese die Probleme in den Innenstädten nicht lösen werden. Damit bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf den Straßen fahren, stellt die Bundesregierung von 2005 bis 2013 insgesamt 700 Millionen Euro zur Verfügung.

„Mit diesen Finanzmitteln muss der Verkehrsraum für Fußgänger und Radfahrer umgebaut werden", sagt der ADFC-Bundesvorsitzende Ulrich Syberg. "Elektroautos lösen die Platz- und Parkprobleme in den Innenstädten nicht, das Fahrrad schon. Vergleicht man den Absatz von Elektrofahrrädern und Elektroautos, ist völlig unverständlich, warum die Bundesregierung auf das Auto setzt, während sich die Bundesbürger bei der Elektromobilität für das Fahrrad entscheiden."

Viele Bundesbürger seien bereit, aus Umweltschutzgründen weniger Auto zu fahren, stellt der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) in einem Gutachten fest, das der Bundesregierung Anfang April vorgelegt wurde. Es zeigt verschiedene Wege für den Aufbau eines nachhaltigen und klimafreundlichen Verkehrs- und Mobilitätssystems auf.

Laut Gutachten gibt es in Deutschland 1.588 Elektroautos. Nach Prognosen der Fahrradindustrie sollen zu den rund 530.000 Pedelecs und E-Bikes bis Ende 2011 weitere 300.000 hinzukommen. Syberg: "Die Bundesregierung muss den Trend zum Fahrrad fördern. Eine nachhaltige Mobilität gibt es nur mit dem Fahrrad. "Doch die Verkehrsplanung ist völlig auf den motorisierten Verkehr ausgerichtet und vergisst den Menschen. Syberg: „Menschen leben und arbeiten in Stadt und Land. Ihre Lebensqualität darf nicht durch überholte Verkehrskonzepte zum Erliegen kommen.“

Aus Bremen waren für die ADFC-Bundeshauptversammlung delegiert: Peter Rüter, Klaus-Peter Land, Tobias Wolf und Hans-Joachim Reimann. Sie wollen sich nun auch im Land Bremen für das Thema Verkehrswende einsetzen.