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15.07.2011 11:44 Alter: 9 yrs

Konsequent Fahrradverkehr fördern


Schutzstreifen machen Radfahren auf der Fahrbahn leichter (Foto: A. Genzel)

Die Landesversammlung des ADFC Bremen hat am 3. Mai den Entwurf eines visionären verkehrspolitischen Programms diskutiert. Über 80 anwesende ADFC-Mitglieder (von 3.100 im Land Bremen) verabschiedeten das Programm einstimmig. Mit dieser breiten Zustimmung im Rücken stellte der neu gewählte Landesvorstand mit Peter Rüter an der Spitze das Programm für mehr Fahrradmobilität der Öffentlichkeit vor.

Auf dieser Basis konkretisiert der ADFC-Vorstand in Abstimmung mit dem Arbeitskreis Verkehr seine Vorstellungen für die nächsten Jahre und spricht darüber mit Bürgerschaftsabgeordneten, leitenden Mitarbeiter/innen und dem neuen grünen Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, Joachim Lohse, der seit 20 Jahren ADFC-Mitglied ist.

Tempo 30 zur Regel machen, konsequent Fahrradverkehr fördern ADFC-Forderungen zur fahrradfreundlichen Politik im Land Bremen  2011 – 2015

Im Blick auf die massiven Anforderungen des Klimawandels und steigender Energiepreise soll die Zielmarke der politischen Arbeit der nächsten vier Jahre ein Radverkehrsanteil von 35% aller innerstädtisch zurückgelegten Wege sein.
Fahrradförderung erhält innerhalb des „Umweltverbundes“ eine herausgehobene Stellung. Auf Basis von zu aktualisierender „Zielplanung Fahrrad“ und novellierter ERA wird eine Agenda von Maßnahmen entwickelt und mit einem angemessen Budget ausgestattet.
Der Trend zum hochwertigen Fahrrad mit elektrischem Rückenwind ("Pedelec") findet in der Qualität der angebotenen Infrastruktur zum Parken und Fahren Unterstützung.


Folgende Themen werden in der neuen Legislaturperiode vordringlich bearbeitet:

- Flächendeckende Einführung von Regeltempo 30 als Stadtverkehrsgeschwindigkeit

- Knüpfen eines leistungsgerechten Radroutennetzes durch

  • Reparatur/ Optimierung von Kreuzungen im Verlauf der Fahrrad Hauptrouten
  • Öffnung letzter Einbahnstraßen
  • Markierung neuer Radfahrstreifen
  • Deutliche Optimierung der Anbindung der Überseestadt
  • Reale Option  der Weserquerungen im Zuge von A 1 und A281 (Wesertunnel)
  • Bevorrechtigung von straßenunabhängig geführten Radverkehrs Hauptrouten (z.B. Jan Reiners Weg) an Querungen von Straßen

     
Dazu gehören im Bereich der Infrastruktur folgende Vorhaben:

- Planung und Ausbau der Wege zum Radfahren an Hauptverkehrsstraßen

  • Mehr Platz zum Warten vor Ampeln
  • Verbreiterte Fahrflächen, vorzugsweise auf vorhandenen Fahrbahnen, um den steigenden und erwünschten Radverkehrsmengen gerecht zu werden.

 - Ampeln: Noch immer müssen Radfahrende an großen Kreuzungen oft lange warten, bedingt durch die Verkehrsführung und für den Kfz Verkehr optimierte Schaltzeiten. Das zur Abhilfe bereits auf den Weg gebrachte Ampel Optimierungsprogramm zur Förderung des Radverkehrs wird zügig umgesetzt und um weitere Knoten ergänzt.

  • Die Radverkehrsführungen an Herdentor/ Bahnhofsplatz und am Knoten Am Dobben/Dobbenweg/Bismarckstraße/Außer der Schleifmühle sollen hierzu modellhaft im Sinne der Empfehlungen für  Radverkehrsanlagen (ERA ) durch Schaffung direkter Abbiegestreifen überplant werden.
  • Nennenswerte Einsparungen sind durch Deregulierung (=Abbau abgängiger/ überflüssiger Ampeln) erzielbar.

- Fortsetzung der Sanierung vorhandener Radwege entsprechend ihrer künftigen Bedeutung im Netz einschließlich Rückbau/ Umwidmung von Radwegen in Tempo 30 Zonen.
- Konsequente Einbindung des Radverkehrs bei laufenden Planungen. Auch bei Planungen/ Umbauten der BSAG, der Wirtschaftsförderung und Hansewasser sowie anderer Projektträger stellt ein Abgleich mit dem aktuellen Stand der Technik (ERA) sicher, dass ohnehin fällige Baumaßnahmen auch den Ansprüchen wachsender Fahrrad Mobilität gerecht werden.

 - Weiterhin ist die Datenbasis für Radverkehrsplanungen dringend durch ein umfassendes Netz von Zählstellen zu festigen.

- Ein Baustellenmanagement für den Radverkehr stellt künftig verkehrssichere und gut befahrbare Wege auch an vorübergehenden Engpässen sicher. Hierzu sind die „Grundsätze zur Radverkehrsführung an Baustellen“ der ERA anzupassen ihre Umsetzung strikt zu beachten.
 - Die Ausweitung der Verkehrsüberwachung soll Nutzung der für den Umweltverbund vorgesehenen Verkehrsflächen sicherstellen.

 - Hochwertige Angebote zum Fahrradparken sind zu schaffen und deutlich auszubauen: Hierzu zählen die Aufstellung weiterer Anlehnbügel, auch im Bereich der Fahrbahnränder, die Erprobung von Gemeinschaftsräumen zum Fahrradparken im öffentlichen Raum sowie die systematische Unterstützung von0 Bike & Ride durch sichere Fahrradparkangebote (Boxen, Gemeinschaftsanlagen) an den Haltestellen des Schienenverkehrs, insbesondere an den Bahnhöfen der Regio S Bahn in der Metropolregion Bremen Oldenburg.


Fahrradförderung braucht Öffentlichkeitsarbeit und Marketing:

Auf Dauer angelegte Sympathiekampagnen fürs Fahrradfahren und Angebote für mehr und rücksichtsvollere Fahrradnutzung sind zu fördern, Autofahrende sollen für legale Fahrbahnbenutzung durch Radfahrende sensibilisiert werden. Themenbezogene Events als regelmäßig wiederkehrende Veranstaltungen mit niedrigschwelligen Informations- und Überzeugungsangeboten sind zu installieren/auszubauen. Beispiele hierzu sind:

  • Autofreier Sonntag
  • Die ADFC Urlaubsmesse „Radreisen grenzenlos“ sowie „Rad+Outdoor/Fahrrad.Markt.Zukunft“ 

Großveranstaltungen und  Veranstaltungsorte wie das Weserstadion sind deutlich fahrradfreundlicher zu gestalten.
Gesprächsrunden und Fachveranstaltungen zur Kommunikation moderner Radverkehrsführung für die Politik (Veranstaltungsreihen für Multiplikatoren, Beiräte, Medien)

  • Radverkehrs Internetauftritt: Routenplaner, Mängeldatenbank, Verkehrshinweise
  • Aktualisierte Print Informationen: Fahrradstadtplan, Fahrradparkplan 

Systematische Förderung einer nachhaltigen Mobilitätsbildung, hierzu zählen:

  • Erstellung und Aktualisierung regionaler Schul(rad)wegepläne
  • (Weiter )­Bil­dungs­angebote z. B. zum Radfahren-Lernen, zur Fahrrad- Technik
  • Sicherheits Checks von Kinder-  und Erwachsenen-Fahrrädern

Etablierung des Fahrradtourismus als Städtetourismus auch für Bremen

  • Bewerbung des Themas und
  • Informationsversorgung der Fahrrad­touristen durch die Bremer Touristik Zentrale.

Unterstützung des Fahrradfahrens im Dienste der Gesundheitsvorsorge und Unfallverhütung

  • Mit dem Rad zur Arbeit (Kampagne)


Die genannten Maßnahmen werden umfassend und kontinuierlich durch die AG Radverkehr beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr entwickelt und begleitet.