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13.05.2011 13:18 Alter: 9 yrs

Das Verkehrspolitische Grundsatzprogramm des ADFC Landesverbands Bremen – die Kern-Positionen


Mobilität entwickeln – Mobilität gestalten

“Das Leben ist wie ein Fahrrad.
Man muss sich vorwärts bewegen,
um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.”
Albert Einstein, 1930

Die Landesversammlung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Bremen hat am 3. Mai den Entwurf eines visionären verkehrspolitischen Programms diskutiert. Über 80 anwesende ADFC-Mitglieder (von 3.100 im Land Bremen) verabschiedeten das Programm einstimmig. Mit dieser breiten Zustimmung im Rücken stellte der neu gewählte Landesvorsitzende Peter Rüter das Programm für mehr Fahrradmobilität der Öffentlichkeit vor.

Der neue ADFC-Vorsitzende sieht das Potenzial des Fahrrads in Bremen und Bremerhaben noch lange nicht ausgeschöpft – mehr als die Hälfte aller Fahrten mit dem Auto seien kürzer als fünf Kilometer und daher ideal mit dem Fahrrad zurück zu legen. Bereits heute hat das Fahrrad innerstädtisch in Bremen einen Anteil von 26 Prozent aller zurückgelegten Wege („Modal Split“). Peter Rüter: „Die Förderung und Steigerung des Radverkehrs auf einen Anteil von mindestens 50 Prozent ist jetzt das Ziel des ADFC Bremen. Das geht über die im Klimaschutzprogramm genannte Zielgröße der Stadt Bremen von 30 Prozent bis 2020 noch einmal deutlich hinaus.“
Die Ansatzpunkte zur kurz-, mittel- und langfristigen Steigerung des Radverkehrs liegen für den ADFC Bremen einerseits in der Infrastruktur, die sich den größeren Mengen von Radfahrenden anpassen muss. Das heißt in den Worten von Peter Rüter: „Das Fahrrad braucht mehr Platz, die Wege sind sicherer und komfortabler zu gestalten.“ Der ADFC will dem Fahrrad im Straßenraum durch Angebote zum sicheren Fahren auf der Fahrbahn bei angepasster Geschwindigkeit des gesamten innerstädtischen Verkehrs (Regelgeschwindigkeit 30) deutlich mehr Raum gewähren. Rüter; „Hier rollen Radfahrer in der Regel deutlich leichter – der zu befahrende Belag ist wesentlich besser in Schuss gehalten als die meisten Radwege im Seitenbereich und wird im Winter schneller geräumt. Und mit Geister-Radfahrern ist auch nicht zu rechnen.“
Mit einer Entschleunigung des gesamten Verkehrs wird für den ADFC-Vorsitzenden die Stadt auch lebenswerter für alle, die Folgen von Unfällen sind weniger dramatisch, die Aufenthalts- und Wohnqualität von Straßen und der Stadt steigen.
Auf der anderen Seite ist für Peter Rüter das Bremer Marketing fürs Fahrradfahren deutlich zu verbessern. „Damit sind Umsteiger zu gewinnen, aber auch Fahrradfahrer bei der Stange zu halten“, meint der neue ADFC-Vorsitzende.

Kernforderungen und konkrete Maßnahmenvorschläge des ADFC Bremen:

  1. Regelgeschwindigkeit Tempo 30: Durch Entschleunigung zur lebenswerten Stadt für Alle. Die Vorteile: der Verkehrsraum ist einfacher deregulierbar, geringere Unfallfolgen, viel Aufenthalts- und Wohnqualität
  2. 50plus fürs Fahrrad: Mobilität in der Stadt findet künftig leiser, gesünder und ressourcenschonender statt. Kopenhagen macht’s vor, Bremen zieht mit: Der ADFC sieht in Bremen jeden zweiten Weg per Fahrrad zurückgelegt
  3. Das Fahrrad fährt mehr im Straßenraum: z.B. von der City zur Uni: Auf dieser Achse ist bereits heute deutlich mehr Radverkehr als Autoverkehr unterwegs, und dies in sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Der Trend zum elektrisch-unterstützten Fahrradantrieb („Pedelecs“) macht herkömmliche Radwege in schlechtem Zustand (z.B. in der H.H.-Meier-Allee) noch ungemütlicher. Sie sind so eng, versteckt, und damit gefährlich auch für Radfahrer. Gefühlte Sicherheit trügt, sagen die Verkehrswissenschaftler. Besser: Einüben eines entspannten Miteinanders auf verkehrsberuhigten Fahrbahnen oder auch unterstützt durch  Sonder(fahrrad)spuren.
  4. Bessere und weniger Ampelschaltungen: Ampelschaltungen erzeugen oft nur Scheinsicherheit, sie sind kostspielig und z.B. durch Kreisel, Share Space - Begegnungszonen, Zebrastreifen oder einfach rechts-vor-links ersetzbar. Praktisch sind auch Dunkelampeln, zum Straßenqueren einschaltbar bei Bedarf.
  5. Mehr und bessere Fahrradparkplätze: In der Innenstadt und in den Wohnquartieren fehlen gute und sichere Fahrradparkangebote. An allen Regio-S-Bahnhöfen sind Fahrradboxen und Gemeinschaftsabstellräume für mehr Bike & Ride zu schaffen.
  6. Bremen ist Fahrradstadt: Die Selbstverständlichkeit der Bremer Fahrradkultur ist selbstbewusster wahrzunehmen und zu vermarkten. Städtetourismus als Fahrradtourismus, Radfahrkurse auch für Erwachsene, Imagekampagnen und Großveranstaltungen beziehen das Fahrrad als gesund, fit-machend und kultig mit ein.


Allgemeiner DeutscherFahrrad-Club
Landesverband Bremen e.V.
Bahnhofsplatz 14a
28195 Bremen

KONTAKT:
Klaus-Peter Land
Durchwahl  0421 | 51 77 88 2-1
klaus-peter.land@adfc-bremen.de


13. Mai 2011

pdf-Download:
Das verkehrspolitische Grundsatzprogramm des ADFC Bremen

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